Veröffentlichungen

Mein Buch Reitsport – Auf dem Rücken des Pferdes ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Bod erhältlich.

Beschreibung:

In diesem Buch teilt die Bestsellerautorin, Pferdeexpertin und Reiterin Julie von Bismarck ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus über 40 Jahren Reiterei und 20 Jahren internationaler Tätigkeit in der Behandlung von Pferden aller Art. Sie erinnert an die alten Werte und Richtlinien und führt anhand konkreter Beispiele anschaulich vor Augen, in welcher Weise Fehler im Umgang, Training und der Haltung sich auf das Wohl des Pferdes auswirken können. Von dem zu fest verschnallten Nasenriemen, über die „Unrittigkeit“ durch Magenerkrankungen, bis hin zur inneren Einstellung des Reiters, erklärt sie verständlich und überzeugend Zusammenhänge, die manch einem Reiter so nicht bewusst sein werden.

Julie von Bismarcks Texte sind ein Appell an den Verstand in der Reiterwelt und ein Plädoyer für das Wohlergehen des Pferdes im Reitsport. Jeder Reiter, der dieses Buch gelesen hat, wird seine Reiterei und den Umgang mit seinem Pferd mit anderen Augen sehen.

Mein Buch Zusammenhänge im Pferd ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Amazon erhältlich.

Beschreibung:

In diesem Buch teilt die Bestsellerautorin, Pferdeexpertin und Reiterin Julie von Bismarck ihre Erfahrungen und Beobachtungen über die Zusammenhänge im Pferd, welche sie als international tätige Osteopathin und Akupunkteurin gesammelt hat.
Sie erläutert anschaulich, wie weitreichend die gesundheitlichen Folgen von Zwangsmaßnahmen wie Rollkur/LDR tatsächlich sind, warum auch der Koppel- und Freizeitpartner Pferd Magengeschwüre und Blockaden bekommen kann, was eine Blockierung im Kiefergelenk mit einer Fesselträgerentzündung im Hinterbein zu tun hat, warum ein blockierter Lendenwirbel mit den Erkrankungen der Knie und Verdauungsstörungen zusammenhängt und wie ein unscheinbares Verstolpern zu einem dehydrierten Pferd führen kann.
Bei den in diesem Buch beschriebenen, außerordentlich eindrucksvollen Verkettungen und Zusammenhängen handelt es sich um überaus kostbares Wissen für jeden Reiter, Pferdebesitzer und in der Behandlung von Pferden tätigen Therapeuten.

Mein Buch Reeva und die Pferde ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Amazon erhältlich.

Beschreibung:

In ihrem Kinder- und Jugendpferdebuch beschreibt die Bestsellerautorin Julie von Bismarck die Erlebnisse dreier Freunde und ihrer Pferde. Wichtiges Pferdewissen wird quasi nebenbei während des Lesens vermittelt.
Inhaltsangabe: Als ihre Eltern für einen Job vorübergehend nach Asien versetzt werden, darf die zwölfjährige Reeva für diese Zeit auf das Gut ihrer Großeltern ziehen. Damit geht für Reeva ein Traum in Erfüllung, denn auf Gut Balmore leben nicht nur ihre Großmutter und ihr Großvater, sondern auch deren 2 Hunde und 14 Pferde. Von nun an dreht sich für Reeva alles um die Pferde und das Reiten. Schnell merkt sie, dass hier auf dem Gut alles ganz anders ist, als sie es in der Reitschule in der Stadt gelernt hat. Sie lernt jeden Tag etwas Neues dazu und prägt sich genau ein, was ihre Großmutter und der alte Stallmeister Finley ihr über Pferde und das Reiten beibringen. Schon bald wird aus Reeva eine echte Pferdeexpertin. Doch dann ist da noch das verängstigte Pony Conor, dessen Vertrauen Reeva zu gewinnen versucht und die arrogante Isabel aus der neuen Schule mit ihrem Wunderpony Black Star.
Es beginnt ein aufregender Sommer voller Pferde, Abenteuer, Freundschaft und jeder Menge neuer Erkenntnisse über die Pferde und das Reiten.

Für ein signiertes Exemplar oder persönliche Widmung direkt hier bei uns bestellen

Artikel

1 Monatvor

Reiten und Pferderücken Teil III – Die Sattellage

In Teil 3 meiner Serie zum Pferderücken wollen wir uns noch einmal mit der Wirbelsäule beschäftigen, genauer: mit der Sattellage.
Wie wir bereits aus Teil I wissen, beginnt die Brustwirbelsäule mit dem ersten Brustwirbel vor dem Schulterblatt und bildet dort den knöchernen Übergang zwischen Hals und Rumpf.
Der zweite Brustwirbel ist hinter dem Schulterblatt verborgen, die Brustwirbel 3-11 bilden mit ihren Dornfortsätzen den Widerrist und die Brustwirbel 12-18 die Sattellage.
Letzteres stellt eine ganz offensichtliche Herausforderung dar welche häufig schlicht missachtet wird und dann in der Folge zu erheblichen Schmerzen und Schäden im Pferd führt:
Sieben Wirbel für die Sattellage - das ist ein extrem kleiner Teil des Pferderückens.
Und je nachdem wie lang oder kurz der Widerrist des Pferdes ist kann der Platz sogar noch kleiner werden, denn wie wir in Teil I meiner Serie gelernt haben kann die Anzahl der Wirbel, die den Widerrist bilden, variieren.

Die begrenzte Auflagefläche - beginnend hinter dem Widerrist, endend vor dem ersten Lendenwirbel - ist einer der Gründe, warum es für so viele Reiter so schwierig zu sein scheint einen passenden Sattel zu finden. (In diesem Beitrag geht es ausschließlich um ENGLISCHE Sättel.)

Nicht nur zu enge, zu weite, drückende, schiefe, kurz: schlecht sitzende Sättel können dem Pferd Schaden zufügen, auch ein ansonsten gut passender, aber zu langer Sattel kann das Pferd in erheblichem Maße beschädigen - und darum soll es heute gehen.
Die Sattellage endet deshalb mit dem letzten Brustwirbel, weil die Lendenwirbel, im Unterschied zu den Brustwirbeln, seitliche Fortsätze ausbilden. Bekommen diese Druck weil der Sattel über den letzten (18.) Brustwirbel hinausreicht, führt das zu Blockierungen und in der Folge zu Entzündungen in den im Bereich der Läsion liegenden Rückenmuskeln, was wiederum zu Irritationen der zwischen den Wirbeln austretenden Spinalnerven führt.
Nicht, weil ein solcher Wirbel „ausgerenkt“ ist und auf den Nerv drückt, sondern weil eine Blockade immer mit einer erhöhten Anspannung der umliegenden Muskulatur einhergeht, diese dann auf die Nervenscheiden drückt und damit extreme Schmerzen, Fehlfunktionen und Entzündungen auslösen kann.

Häufig wird in solchen Fällen wieder und wieder in den Rücken gespritzt, die Ursache (also der zu lange Sattel) jedoch nicht behoben. „Ach, der passt schon – das Pferd läuft ja damit“ oder „der wurde gerade erst angepasst“ sind nur einige der erstaunlichen Aussagen mit denen Reiter auf die Erklärung reagieren, sie müssten sich einen für das Pferd passenden, kürzeren Sattel kaufen.
Ich kann gar nicht deutlich genug sagen, wie unverantwortlich das ist.
Welch heftige Schmerzen ein Pferd hat, das unter den Folgen eines zu langen Sattels leidet, lässt sich erahnen, wenn man einmal gesehen hat wie diese Pferde bei der leichtesten Berührung in dem Areal im Rücken stöhnend zusammensacken.
Anspritzen ist dann tatsächlich oft die einzige Lösung, um überhaupt wieder etwas Ruhe in die betroffenen Muskeln und Nerven zu bekommen – es bringt aber natürlich überhaupt nichts, wenn dann weiterhin mit dem Sattel geritten wird, der das Ganze ausgelöst hat.

Solche Blockierungen und Entzündungen in der Lendenwirbelsäule und Lendenmuskulatur sind – wie alles im Bereich des Pferderückens – nicht nur extrem schmerzhaft und führen zu „Widersetzlichkeit“, „Undurchlässigkeit“, Schwierigkeiten in den Seitengängen und schiefen Pferden, sie können auch Verdauungsstörungen, Koliken und Knieproblemen auslösen und: sie betreffen immer auch die Brustwirbelsäule.
Denn bei einer Blockierung des 1. Lendenwirbels blockiert sich über kurz oder lang auch der 18. Brustwirbel, man spricht dann von einer Blockade des thorakolumbalen Übergangs.
Vom 18. Brustwirbel aus blockieren sich dann in der Regel weitere Wirbel, sogenannte Serienblockaden, – bis hin zum 14. Brustwirbel.
Dies wiederum schränkt, ebenso wie die Blockaden des Widerrists, die Funktion des Nacken-Rücken Bandes ein und behindert ein Anheben des Bauches / Rückens. Das ist ja auch nur logisch, da, wie wir aus Teil I wissen, das Rückenband ab dem Widerrist an jedem einzelnen Dornfortsatz jeden Brustwirbels angeheftet ist.

Selbstverständlich ist ein Pferd mit diesen erheblichen Behinderungen seiner natürlichen Mechanik und den zusätzlichen extremen Schmerzen nicht losgelassen und durchlässig. Das Schlimme ist: es passiert immer wieder, dass ein derart leidendes Pferd dann stundenlang unter Hochdruck weiter „gearbeitet“ wird, um ihm die angestrebte „Losgelassenheit“ und "Durchlässigkeit" zu erreichen. Mit dem Reiter im Rücken und in eben dem Sattel, der die Schmerzen überhaupt erst ausgelöst hat und bei jedem Gebrauch noch einmal verschlimmert.
Das ist tierschutzrelevant.
Jeglicher Gebrauch unpassender Ausrüstung zu Lasten des ... Sehen Sie mehr

1 Monatvor
Das Geschäft mit kranken Pferden

Ohne den Beitrag gesehen zu haben und nur abgeleitet aus der Beschreibung, ein paar Gedanken dazu:
Ja. Solche Pferdehändler (es gibt sicherlich auch andere) gab es schon immer. Meine persönliche Einstellung lautet: Pferde kauft man nur dann bei einem solchen Händler, wenn man sie retten möchte - und dafür braucht man noch mehr Pferdeverstand, Wissen, Zeit und finanzielle Mittel als bei einem Pferd ohne eine solche Vorgeschichte. Denn warum landet ein Pferd bei einem dieser Pferdehändler? In der Regel doch deswegen, weil der Vorbesitzer es so schnell wie möglich loswerden will. Weil er/sie nicht mit dem Pferd zurecht kommt, weil es krank ist, weil es schwieriger ist ein Pferd zu halten als erwartet, weil es Geld kostet. (Eine Ausnahme bilden gestohlene Pferde und auf diese beziehen sich meine Anmerkungen hier selbstverständlich NICHT.)

Viele Menschen, die sich heute Pferde anschaffen, unterschätzen, was für ein enormer finanzieller, zeitlicher, emotionaler und persönlicher Aufwand nötig ist, um ein Pferd nur zu halten - geschweige denn gesunderhaltend zu trainieren und zu reiten.
Und leider sind es nicht selten eben diese Menschen, die ihre Pferde dann gegen "einen Schutzvertrag" abgeben oder an den nächsten Händler weiterverkaufen, wenn es dann doch nicht so einfach ist wie gedacht - finanziell oder weil es eben doch etwas mehr braucht als einen Putzkasten und ein Halfter, um ein Pferd gesund zu erhalten und mit ihm zurecht zu kommen.

Wenn nur noch Menschen mit dem entsprechenden Vor-Wissen und: (darauf muss man gar nicht weiter eingehen, denn das ist ein FAKT) den entsprechenden finanziellen Möglichkeiten Pferde anschafften, dann würde es weder solche zwielichtigen Pferdehändler noch "Schutzvertrag"-Weiterverkäufe geben. Denn dann würden wohl nur noch Menschen Pferde halten, denen die Verantwortung für das Tier in vollem Umfang bewusst wäre - was impliziert, dass man das Pferd nicht für einen Euro abgibt weil es den Ansprüchen nicht mehr genügt oder alt wird - oder eben einem Pferdehändler auf den Hof stellt und es dort seinem Schicksal überlässt.
Natürlich gibt es persönliche Schicksalsschläge, Todesfälle, Erkrankungen etc. durch welche die Haltung eines Tieres schlicht nicht mehr möglich und ein Abgeben daher unerlässlich ist, aber das bildet NICHT das Gros der Fälle.

Im Grunde ist es doch genauso wie bei all den Hunden, die die Tierheime füllen: die Menschen schaffen sich ein Tier an und unterschätzen den Umfang des Aufwandes und der Verantwortung und dann geht es eben so schnell wie möglich wieder weg - sei es gegen "Schutzvertrag" um das eigene Gewissen zu erleichtern, an einen Händler oder in die Pferdeklappe.
Ich hoffe wirklich es spricht sich bald herum, wie groß der Aufwand tatsächlich ist, damit den Pferden dieses Schicksal erspart bleibt. Vielleicht wird das in dem Beitrag ja thematisiert, denn nur auf die (unwidersprochen existierenden) Betrüger im Pferdemarkt einzugehen,ist möglicherweise etwas zu einseitig.

In Norddeutschland treiben dubiose Pferdehändler ihr Unwesen. Zahlreiche Pferdebesitzer leiden unter den Machenschaften und haben viel Geld verloren.

1 Monatvor

Kombinierte Reithalfter und Hannoversche Reithalfter üben selbst dann beim Reiten erheblichen Druck auf das Nasenbein des Pferdes aus, wenn sie nach der zwei Finger Regel verschnallt sind. – Das ist das Ergebnis einer vor kurzem veröffentlichten Studie von Jayne Peters vom Bishop Burton College in England.
Als ich das las war ich nicht überrascht. Beide in der Studie auffälligen Zäumungen (kombiniert und hannoversch) haben eines gemeinsam: sie sollen verhindern, dass das Pferd das Maul öffnen kann und erfüllen dieses absurde Ziel so gut, dass selbst die gute alte Regel nicht mehr helfen kann.
Zum Verständnis: Die zwei Finger Regel wurde zu einer Zeit erfunden, als mit breiten, pferdefreundlichen Englischen Reithalftern geritten wurde: ein Nasenriemen, weit oben auf dem dicken Teil der Nase sitzend und so lose verschnallt, dass zwei Finger eines erwachsenen Mannes übereinander bequem zwischen Nasenbein und Riemen passen - und dies diente nur als Maßstab. Ein anderer Test bestand darin, dass das Pferd bei geschlossenem Nasenriemen ohne Einschränkungen eine dicke Möhre zu fressen in der Lage sein soll.
In meinen Augen (so denn korrekt verschnallt) die absolut pferdefreundlichste Zäumung und in Deutschland bezeichnender Weise nirgendwo mehr erhältlich, wenn sie nicht gerade an einer Kandare hängt.
Wie so viele andere Hilfsmittel in den letzten Jahrzehnten wurden auch die in der Studie genannten Reithalfter verschärft und an das Motto „Ausrüstung statt Ausbildung“ angepasst. Durch dieses Aufrüsten sollte es wohl jedem möchtegern/angehenden-Reiter ermöglicht werden mit möglichst wenig Aufwand und ohne jahrelange, schmerzhafte Reitausbildung ein Pferd kontrollieren zu können – sowie gleichzeitig die Ausbildung des Pferdes um Jahre zu verkürzen und Defizite hier ebenfalls über schärfere Ausrüstung zu kompensieren.
Spart Zeit, Geld und Geduld und die Zielgruppe wird stetig größer…
Und da ein Reithalfter, welches dem Pferd Schmerzen/Druck auf das Nasenbein zufügt und zugleich verhindert, dass das Pferd dem Schmerz/Druck durch das Gebiss auf sein Zahnfleisch und den Unterkieferknochen ausweichen kann indem es das Maul öffnet, naturgemäß dazu führt, dass das Pferd aufgrund von Schmerz und Stress „gehorsamer“ wird und den Kopf zu Brust nimmt = weg von dem Druck/Schmerz, ist diese Methode durchaus erfolgreich.
Auch nicht besonders talentierte oder fein ausgebildete Reiter sind so in der Lage, ein Pferd „an den Zügel zu stellen“, in den Lektionen oder über die Sprünge zu reiten, die sie sich in den Kopf gesetzt haben.
Gleichzeitig wurde in den letzten Jahrzehnten, und das ist ganz besonders perfide, das Gerücht gestreut, dass die Zügelhilfen des Reiters „leichter und feiner wirken“, wenn dieser dem Pferd das Maul so fest wie möglich zuschnürt. Es wurde im Falle des Kombinierten Reithalfters für diesen Zweck sogar extra das sogenannte „Schwedische Reithalfter“ erfunden, was das "so fest wie irgend mögliche" Verschnallen des Nasenriemens dank einer Art Umlenkrolle auch für zart besaitete Reiterfrauen denen die pure Kraft der männlichen Kollege fehlt, zu einer einfachen Sache werden lässt.
Nun werden die Zügelhilfen bei einem zugeschnürten Maul selbstverständlich in keiner Weise „leichter und feiner“. Die Wirkung des Zügels/Gebisses wird lediglich schmerzhafter: weil das Pferd den Unterkiefer nicht weg bewegen kann und weil eine erhebliche Spannung im Kopf entsteht, so dass die Pferde bereits bei weniger Krafteinwirkung des Reiters auf das Maul reagieren, um noch größere Schmerzen abzuwenden.
Natürlich hat das mit Reiten rein gar nichts zu tun, aber es ermöglicht leider schnelle und einfache Kontrolle und wird daher vielerorts genutzt - ohne dabei an die schlimmen Folgen zu denken, die dieses Vorgehen für die Pferde hat.

Es ist an der Zeit, dass dieses Gerücht – zugeschnürtes Maul = feine Zügelhilfe – abgeschafft wird.
Und diese Studie trägt dazu bei indem sie belegt, dass Zäumungen die ausschließlich darauf ausgelegt sind zu verhindern, dass das Pferd das Maul öffnen kann, sogar dann diesen negativen Effekt haben und bei jeder Zügelhilfe erheblichen Druck auch auf das Nasenbein ausüben, wenn sie mit dem einstmals für das Englische Reithalfter erdachten Mindestabstand zum Nasenbein lose verschnallt sind. Wahrscheinlich müssten es bei diesen beiden Reithalftern eher fünf Finger übereinander sein, damit der Effekt annährend eintritt…
In Anbetracht der Tatsache, dass das am weitesten verbreitete Reithalfter heute wohl das Kombinierte (mit Pullriemen, siehe Beispielbild) ist, denke ich, dass diese Information für viele Reiter interessant ist, die bisher dachten auf der sicheren Seite zu sein, wenn sie den Nasenriemen entsprechend lose verschnallen.

Ich sage und schreibe es ja immer wieder, aber ich wiederhole das vor diesem Hintergrund gerne noch einmal: Wer wirklich pferdefreundlich reiten möchte sollte auf ... Sehen Sie mehr

1 Monatvor

Pferderücken und Reiten Teil II: Wenn die Reiterei falsch ist, nützen auch die glänzenden Stiefel nix.

- Schlimm dass man das offenbar noch expliziter dazu schreiben muss: Das Bild ist ein NEGATIV Beispiel! -

Die langen Dornfortsätze des Widerrists wie auch die Wirbelkörper der gesamten Wirbelsäule werden untereinander durch Tiefenmuskulatur und Bänder stabilisiert, damit sie sich nicht berühren - also zu eng zusammenrücken - oder komplett auseinanderklappen können.
Weder Bänder noch Tiefenmuskulatur sind willkürlich anspannbar, sie dienen der Stabilisierung von wichtigen Strukturen wie Gelenken und Wirbeln und bestimmen daher den Grad ihrer Anspannung weitgehend selbst.

Aber:
Werden diese Muskeln und Bänder nicht regelmäßig mobilisiert und zwar auf die von der Natur vorgegebene Weise, also so, wie es bei einem Pferd in freier Natur über sechzehn Stunden pro Tag der Fall ist, weil es sich mit vorwärts-abwärts gesenktem Kopf fressend fortbewegt, auf verschiedenen Böden trabt und galoppiert, bergauf und bergab und durch Wasser, verkürzt sich diese Tiefenmuskulatur, beziehungsweise sie wird zunehmend fest und unflexibler.
Ist sie erst einmal fest, verhindert sie ein Aufspannen der Wirbelsäule, da sich die Wirbel dann nicht oder nur eingeschränkt auseinander bewegen können.
Verspannungen in diesen Strukturen sind sehr schmerzhaft, was wiederum dazu führt, dass das Pferd umso mehr versucht Bewegungen in dem betroffenen Areal zu vermeiden, was wiederum die Verspannung und Unbeweglichkeit verschlimmert und somit die natürliche Funktion dieser Tiefenmuskulatur in einem ganz erheblichen Maße behindert.

Diese mangelnde Flexibilität oder gar der Abbau dieser Tiefenmuskulatur kann so weit reichen, dass die Dornfortsätze kaum oder gar keinen Platz mehr haben und sich gegeneinander so gut wie gar nicht mehr bewegen oder sich gar berühren. (Sogenannte „kissing spines“.)

Wenn man nun voraussetzt, dass es neben der Nacken-Rückenband Aufspannung vor allem diese Tiefenmuskulatur ist welche die Wirbelsäule des Pferdes stabilisiert und gleichzeitig flexibel hält, ist es nicht verwunderlich, dass heute so viele Pferde unter sogenannter „Trageerschöpfung“, Rückenschmerzen und weggedrückten, brettharten Rücken leiden:

Die Art und Weise wie heute permanent auf Maul, Kopf und Hals des Pferdes eingewirkt wird und wie oft Können durch pure Kraft und „Hilfsmittel“ wie Rollkur ersetzt wird, ist meiner Meinung nach der mit Abstand größte Faktor in der Entstehung dieser Zustände.

Dies in Kombination mit der Abwesenheit vielfältiger Ausbildung mit vielseitigen, grundverschiedenen Anforderungen (also schwimmen, querfeldein, springen, Freiarbeit usw… nicht das vielerorts geltende Motto: Abwechslung ist, wenn es statt in die Halle mal auf den Außenplatz geht!!!) der allerorten fehlenden Möglichkeit der freien Bewegung und des Grasens auf großen Flächen, sowie der Arbeit des Pferdes in reellem vorwärts-abwärts (nach Heeresverordnung) führt für viele Pferde zu jahrelangen Schmerzen und Leiden.
Es kann daher gar nicht oft genug betont werden, wie essentiell wichtig freier Auslauf auf GROSSEN Flächen, durchdachte und gewissenhafte Gymnastizierung sowie Ausbildung nach den klassischen Regeln der Reiterei für die Erhaltung der Pferdegesundheit sind.
Jeder der meint, sich diese „aufwendige“ Haltung und Arbeit sparen zu wollen/zu können, tut dies auf Kosten des Pferdewohles.

Ihre, Julie von Bismarck
Mehr zum Thema Pferd, Reiten, Pferdewohl lesen:
https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Julie+von+bismarck

1 Monatvor
Fotos von Julie von Bismarck - Equine Expertises Beitrag

Eigentlich wollte ich heute etwas Positives posten, aber dann habe ich das hier gesehen:

Dies ist das aktuelle Cover der italienischen Modezeitschrift Elle (und ein Bild aus dem Heft).
Die Elle wirbt mit diesen Bildern für die neuesten Modetrends - und für ein Lebensgefühl.
Ich bin wirklich erschüttert.

Modezeitschriften definieren sich ausschließlich über Bilder. Jedes perfekt inszenierte Hochglanz-Foto sendet eine Botschaft. Und in diesem Fall lautet sie:
Wenn Du schön und makellos und großartig sein möchtest ist es vollkommen okay ein Pferd zu misshandeln. Reiß ihm im Maul, zieh ihm den Kopf auf die Brust, genauso muss das aussehen, wenn Du makellos und schön und modisch sein möchtest. Und übrigens ist das Pferd nur Mittel zum Zweck - es ist lediglich das Podest auf dem Du für ein cooles Foto posierst.

Tausende, wenn nicht Millionen junger Mädchen und Menschen auf der ganzen Welt schauen zu den Models in diesen Heften auf und träumen davon, einmal so zu sein wie sie.
Diese Magazine tragen durch ihre Vorbildfunktion eine riesige Verantwortung und diese Verantwortung beschränkt sich selbstverständlich nicht auf das Abbilden anorektischer vierzehnjähriger Mädchen oder exklusiver Echthaar -Pelzmäntel.
Bilder, „Momentaufnahmen“, wie diese als etwas Erstrebenswertes, Positives, Schönes (in der Mode geht es ja nun ausschließlich um Schönheit) darzustellen sendet ein entsetzliches Signal.
Ich frage mich wirklich, was die Elle damit erreichen möchte oder ob es sich hier wieder einmal schlicht um pure Ignoranz auf Kosten des Tierwohles handelt.

Es spricht ja wirklich nichts dagegen Modefotos mit Pferden zu schießen, aber dann muss man sich doch darüber im Klaren sein, was für eine Botschaft man mit was für einem Bild aussendet.
Es fällt mir schwer zu glauben, dass in der Redaktion niemandem aufgefallen ist, welche Botschaft das in diesem Falle ist.

PS: Apropos „Momentaufnahmen“: jeder, der schon einmal als Model gejobbt hat, weiß, wie viele Stunden und Stunden und Stunden es dauert, bis DAS EINE Foto geschossen ist. Man mag sich gar nicht vorstellen wie dieses Shooting wohl für die Pferde war...

Julie von Bismarck

1 Monatvor
Fotos von Julie von Bismarck - Equine Expertises Beitrag

Pferderücken und Reiten Teil I

Um die große Bedeutung korrekten Reitens ohne Zwang und Druck noch einmal zu verdeutlichen, beginne ich heute mit einer neuen Serie zur Biomechanik des Pferdes.
Ich hoffe, dass ich damit ein besseres Verständnis für die Auswirkungen jeder Art von "Abkürzung" in der Ausbildung von Reiter und Pferd erreichen kann.
Heute Teil I: Das Nacken-Rückenband und die Bedeutung des Widerrists als Ansatzpunkt desselben.

Der Widerrist des Pferdes wird gebildet von den langen Dornfortsätzen des 3.-11. Brustwirbels (Abweichungen sind möglich), also den ersten Rückenwirbeln.
Er hat eine ganz besondere Bedeutung als Stützpunkt zwischen Hals und Rücken.
Die Dornfortsätze sind hier, am Beginn der Brustwirbelsäule, nach hinten geneigt, bis sie am 14./15. Brustwirbel eine senkrechte Stellung erreichen und von dort in eine kopfwärts geneigte Stellung übergehen.
Erst im Kreuzbein zeigen die Dornfortsätze dann wieder nach hinten.
Diese Wechsel in der Neigungsrichtung dienen der Stabilität, zeigen aber bereits hier, dass diese Stabilität nur zusammen mit bestimmten natürlichen Bewegungsmustern funktionieren kann.

Jeder Laie wird beim Anblick der Wirbelsäule des Pferdes sagen:

„Was, und dann setzt Ihr Euch mit Eurem vollen Gewicht auch noch genau an die Stelle, an der die Wirbelsäule eh schon durchhängt? Kein Wunder, dass die Pferde alle Schmerzen haben…“

Und er hat Recht damit.
Zwar sind die einzelnen Wirbel untereinander alle mit kräftigen Bändern und durch Tiefenmuskulatur verbunden, es ziehen allerdings auch ohne zusätzliches Reitergewicht bereits sämtliche Organe des Pferdes, die an der Wirbelsäule aufgehängt sind, selbige mit ihrem Gewicht nach unten.
Auch ohne Reitergewicht hat der Pferderücken also die Tendenz, sich nach unten hin durch zu biegen.

Alleine der Verdauungstrakt macht in leerem Zustand etwa fünf Prozent des Körpergewichtes des Pferdes aus, plus die durchschnittlich im Verdauungstrakt befindlichen circa hundertneunzig Liter Flüssigkeit.
Da ich die Dichte dieser Flüssigkeit nicht kenne, würde ich für dieses Beispiel einmal von Wasser ausgehen, welches eine geringe Dichte hat und im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten weniger wiegt.
Bei einem leeren Verdauungstrakt bei einem normalen, sechshundertfünfzig Kilo schweren Pferd, ziehen also bereits zweihundertzwanzig Kilo die Wirbelsäule nach unten, nur durch die Därme.
Bevor Sie einen Sattel oder sich selber auf dem Pferderücken platziert haben und damit weiter Richtung Schwerkraft einwirken und auch nur, wenn Ihr Pferd zuvor gefastet hat, was hoffentlich niemals der Fall ist!
Bei einem gefüllten Verdauungstrakt erhöht sich das Gewicht schnell erheblich.

Als wäre dieser Umstand nicht schon schwierig genug, sind in der Hängebrücken-Wirbelsäule des Pferdes mindestens 185 einzelne Gelenke verbaut.
Jedes von ihnen besteht aus Kapsel, Knorpel, Gelenkschmiere, Gelenkbändern für seitliche Stabilität und kann im Prinzip genauso von Entzündungen, Arthrosen, Bänderzerrungen und anderen typischen Gelenk verbundenen Erkrankungen betroffen sein, wie jedes andere Gelenk im Körper.

Nur diese Fakten einmal zusammengenommen, wird schon deutlich, dass das „Anfälligkeits-Potenzial“ dieser Konstruktion auch ohne zusätzliches Reitergewicht ziemlich groß ist.

Aus genau diesem Grund hat das Pferd von der Natur einen Mechanismus mitbekommen, der dieser Schwerkraft entgegenwirkt und es in die Lage versetzt, gesund und ohne Schmerzen uralt zu werden:

Das Nacken-Rückenband.

Es zieht vom Hinterhauptbein über den Widerrist weiter bis zum Kreuzbein, wobei es im Bereich des Halses die Oberlinie unter dem Mähnenkamm bildet und von dort (als Nackenplatte) Anteile zu den Wirbelkörpern der Halswirbelsäule abgehen.
Dieses Band ist eine geniale Erfindung und verwandelt die Wirbelsäule des Pferdes in eine stabile, tragfähige Konstruktion:

Es spannt die Wirbelsäule auf, hebt den Rücken an, die Wirbel werden auseinander bewegt und bekommen Platz, die Rückenmuskeln können, ohne das Gewicht des Bauches tragen zu müssen, arbeiten und sich aufbauen.

Gleichzeitig wird, wenn dieser Mechanismus in Gang gesetzt wird, die Bauchmuskulatur zur Arbeit herangezogen:
Der Bauch hebt sich entsprechend an und das Becken wird aufgerichtet (in Richtung Versammlung) wodurch die Aufwölbung der Wirbelsäule zugleich von hinten, aus dem Ansatzpunkt am Kreuzbein, verstärkt wird.

„Na, dann ist ja gut.“ Würde unser Laie jetzt sagen.
Leider nicht.

Denn dieser Mechanismus des Nacken-Rückenbandes wird nur ausgelöst, wenn sich der Kopf des Pferdes nach vorne-unten bewegt (sich in einer solchen Position befindet) und die Nüstern dabei den vordersten Punkt des Pferdes bilden.
Eine Einrichtung, welche von der Natur klug erdacht wurde:

In der physiologischen Fresshaltung des Pferdes (Kopf gesenkt, Nüstern vorderster Punkt des Pferdes), wird der Rücken angehoben, die Dornfortsätze der ... Sehen Sie mehr

1 Monatvor

Und hier noch einmal der andere Bestseller - allen Reitern und Pferdefreunden viel Freude beim Lesen!💕🐴
https://www.bod.de/buchshop/zusammenhaenge-im-pferd-julie-von-bismarck-9783982041414

1 Monatvor

"Mit dem Pferd statt auf dem Pferd"
Nach nicht einmal 4 Wochen bereits ein Bestseller - das zeigt, wie viele Pferdebesitzer und Reiter ihre Pferde als Freunde betrachten und pro Pferd reiten möchten - und das ist einfach nur großartig! Ich freue mich wirklich unglaublich darüber, denn jedes gelesene Buch ist ein Reiter, der noch einmal anders an sein Pferd und das Reiten herangeht als er es vielleicht zuvor getan hat. Ganz große Klasse!!! 🙏🐴

Ich hoffe die Übungen in diesem Buch helfen Euch genauso wundervoll dabei, die Kommunikation mit Euren Pferden zu verbessern wie sie mir immer wieder geholfen haben und bis heute helfen! Einen wundervollen Tag Euch allen! 🙏💕

https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Julie+von+bismarck

« 2 of 14 »
© 2019 Copyright - Julie von Bismarck