Veröffentlichungen

Mein Buch Reitsport – Auf dem Rücken des Pferdes ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Bod erhältlich.

Beschreibung:

In diesem Buch teilt die Bestsellerautorin, Pferdeexpertin und Reiterin Julie von Bismarck ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus über 40 Jahren Reiterei und 20 Jahren internationaler Tätigkeit in der Behandlung von Pferden aller Art. Sie erinnert an die alten Werte und Richtlinien und führt anhand konkreter Beispiele anschaulich vor Augen, in welcher Weise Fehler im Umgang, Training und der Haltung sich auf das Wohl des Pferdes auswirken können. Von dem zu fest verschnallten Nasenriemen, über die „Unrittigkeit“ durch Magenerkrankungen, bis hin zur inneren Einstellung des Reiters, erklärt sie verständlich und überzeugend Zusammenhänge, die manch einem Reiter so nicht bewusst sein werden.

Julie von Bismarcks Texte sind ein Appell an den Verstand in der Reiterwelt und ein Plädoyer für das Wohlergehen des Pferdes im Reitsport. Jeder Reiter, der dieses Buch gelesen hat, wird seine Reiterei und den Umgang mit seinem Pferd mit anderen Augen sehen.

Mein Buch Zusammenhänge im Pferd ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Amazon erhältlich.

Beschreibung:

In diesem Buch teilt die Bestsellerautorin, Pferdeexpertin und Reiterin Julie von Bismarck ihre Erfahrungen und Beobachtungen über die Zusammenhänge im Pferd, welche sie als international tätige Osteopathin und Akupunkteurin gesammelt hat.
Sie erläutert anschaulich, wie weitreichend die gesundheitlichen Folgen von Zwangsmaßnahmen wie Rollkur/LDR tatsächlich sind, warum auch der Koppel- und Freizeitpartner Pferd Magengeschwüre und Blockaden bekommen kann, was eine Blockierung im Kiefergelenk mit einer Fesselträgerentzündung im Hinterbein zu tun hat, warum ein blockierter Lendenwirbel mit den Erkrankungen der Knie und Verdauungsstörungen zusammenhängt und wie ein unscheinbares Verstolpern zu einem dehydrierten Pferd führen kann.
Bei den in diesem Buch beschriebenen, außerordentlich eindrucksvollen Verkettungen und Zusammenhängen handelt es sich um überaus kostbares Wissen für jeden Reiter, Pferdebesitzer und in der Behandlung von Pferden tätigen Therapeuten.

Mein Buch Reeva und die Pferde ist in jedem Buchhandel bestellbar und bei Amazon erhältlich.

Beschreibung:

In ihrem Kinder- und Jugendpferdebuch beschreibt die Bestsellerautorin Julie von Bismarck die Erlebnisse dreier Freunde und ihrer Pferde. Wichtiges Pferdewissen wird quasi nebenbei während des Lesens vermittelt.
Inhaltsangabe: Als ihre Eltern für einen Job vorübergehend nach Asien versetzt werden, darf die zwölfjährige Reeva für diese Zeit auf das Gut ihrer Großeltern ziehen. Damit geht für Reeva ein Traum in Erfüllung, denn auf Gut Balmore leben nicht nur ihre Großmutter und ihr Großvater, sondern auch deren 2 Hunde und 14 Pferde. Von nun an dreht sich für Reeva alles um die Pferde und das Reiten. Schnell merkt sie, dass hier auf dem Gut alles ganz anders ist, als sie es in der Reitschule in der Stadt gelernt hat. Sie lernt jeden Tag etwas Neues dazu und prägt sich genau ein, was ihre Großmutter und der alte Stallmeister Finley ihr über Pferde und das Reiten beibringen. Schon bald wird aus Reeva eine echte Pferdeexpertin. Doch dann ist da noch das verängstigte Pony Conor, dessen Vertrauen Reeva zu gewinnen versucht und die arrogante Isabel aus der neuen Schule mit ihrem Wunderpony Black Star.
Es beginnt ein aufregender Sommer voller Pferde, Abenteuer, Freundschaft und jeder Menge neuer Erkenntnisse über die Pferde und das Reiten.

Für ein signiertes Exemplar oder persönliche Widmung direkt hier bei uns bestellen

Artikel

5 Tagevor
GALORE Interviews

Wirklich interessantes Magazin für interessierte Menschen...

Julie von Bismarck - Equine Expertise erzählt in ihrem gerade erschienenen Buch „84 Monate – Sieben Jahre gefangen im Kinderwunsch“ von den entbehrungsreichen Jahren, in denen sie und ihr Mann versuchten, ein Kind zu bekommen. Im GALORE-Interview beschreibt sie offen, was sie sich und ihrer Beziehung angetan hat – und was sich in der Kinderwunsch-Industrie unbedingt ändern sollte.

Jetzt in GALORE 37 und auf galore.de https://bit.ly/2VEJQhY

1 Wochevor

Zum Wochenendende noch ein Auszug aus meinem neuem Buch zum Training von Pferd und Reiter.

"Pferde und Schmerzen.

Dieses Thema ist eines, das mir besonders am Herzen liegt - habe ich doch in meinem Leben zu viele Pferde gesehen, denen ganz furchtbares Unrecht widerfahren ist und denen dadurch viel Leid zugefügt wurde.
Es handelte sich um Pferde, die von ihren Reitern/Besitzern als „widersetzlich“, „hart im Maul“, „fest im Rücken“, „steif“, „lässt sich nicht biegen/stellen“, „stur“, „schreckhaft“, „zickig“ oder „faul“ bezeichnet wurden und dementsprechend behandelt.

Nun hatte aber keines dieser Pferde eines Tages beschlossen, von nun an beim Satteln zu beißen, nur noch im Kreuzgalopp anzugaloppieren, sich vermehrt zu erschrecken oder sich nicht mehr stellen und biegen zu wollen, sondern: das veränderte Verhalten wurde durch Schmerzen ausgelöst.
Alle diese Pferde hatten Schmerzen.
Warum ist es so schwierig für Reiter, zu unterscheiden ob ein Pferd „frech“ ist oder Schmerzen hat?
Etwa deshalb rechtsherum im Kreuzgalopp angaloppiert, weil ihm das linke Sprunggelenk weh tut und es der Belastung des schmerzenden Gelenks zu entgehen sucht?
Die Antwort liegt, wie bei so vielen Eigenheiten des Pferdes, in seiner instinktiven Prägung.
Wir haben uns bereits damit beschäftigt, dass das Pferd ein Flucht- und Herdentier ist und in ständiger Gefahr lebt, von Raubtieren gefressen zu werden.
Das betrifft natürlich eine Vielzahl verschiedener Tierarten, nur: im Gegensatz zu kleineren Beutetieren wie Maus oder Erdmännchen hat das Pferd nicht die Möglichkeit sich in einen unterirdischen Bau zu retten oder in einem Erdloch zu verschwinden wenn die die Löwinnen kommen. (Männliche Löwen jagen nur wenn sie kein eigenes Rudel mit Löwinnen haben die das für sie erledigen…)
Das bedeutet, wie bereits besprochen: das Pferd kann dem Raubtier nur dadurch entgehen, dass es ihm körperlich überlegen ist. Also:

o schneller läuft,
o die Gefahr bereits so früh wahrnimmt, dass es einen erheblichen Vorsprung hat oder
o effektiv und in einer für das Raubtier bedrohlichen Weise kämpft.

Dies ist sofort nicht mehr gegeben, wenn das Pferd sich Schwäche oder gar körperliche Versehrtheit anmerken lässt und die Wahrscheinlichkeit, gefressen zu werden, steigt rasant:
Raubtiere suchen sich stets zuerst die Schwächsten einer Gruppe aus. Wie fast alle Lebewesen versuchen auch sie, ihre Energie zu sparen und so einfach wie möglich an das gewünschte Mittagessen zu gelangen.

Als großes Beutetier ohne die Möglichkeit sich zu verstecken in der Wildnis Schwäche zu zeigen, gar lahm zu gehen oder nicht schnell galoppieren zu können, ist somit gewissermaßen ein Todesurteil.

Aus diesem Grund ist es für ein Pferd instinktiv überlebenswichtig, Unwohlsein, Schwäche, Krankheiten und Schmerzen so gut es geht zu verbergen.
So lange die Löwin nicht sieht, dass ihm das Bein oder der Rücken oder die Schulter weh tut, das Pferd seine Lahmheit also verstecken kann, wird sie das Pferd nicht als wehrlos und geschwächt wahrnehmen.
Ganz einfach.

Dies ist eine evolutionsbiologische Prägung, ein angeborenes Verhalten und man kann dem Pferd nicht erklären, dass es heute keine Löwen, Hyänen oder andere Räuber zu befürchten hat. Leider.
Denn das hat zur Folge, dass der weitaus größte Teil der Reitpferde heutzutage unter Erkrankungen und Schäden leidet, die sehr einfach vermeidbar gewesen wären – hätte man sie eher bemerkt.

Das Pferd hat zum Zwecke des Verbergens von Schmerz extrem komplizierte aber außerordentlich effektive Kompensationsmechanismen entwickelt. Ein Pferd kann ein schmerzendes Gelenk problemlos über mehrere Monate oder sogar Jahre so gut kompensieren, dass der Reiter/Besitzer (wenn er nicht extrem gut Bescheid weiß oder es ihm schlicht an der nötigen Aufmerksamkeit fehlt) nichts davon merkt – außer dass sein Pferd in seinen Augen eben immer steifer wird, verspannter, „unrittiger“ und „schlecht gelaunt“. Und hier passieren die meisten Katastrophen, die dann häufig zu irreparablen körperlichen und mentalen Schäden und Erkrankungen führen:

Der Reiter realisiert nicht, dass das Pferd die Schmerzen zu verstecken versucht, greift zu schärferen Gebissen, längeren Sporen, Gerten und „Hilfszügeln“ und versucht, sein Pferd auf diese Weise „wieder durchlässig“ zu bekommen. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Reiters und Pferdebesitzers, zu erkennen wenn sein Pferd Schmerzen hat. ..."

Im Buch gibt es eine Übersicht über häufige Anzeichen von Schmerz und natürlich praktische Anweisungen wie das von vorne herein vermieden werden kann. 😉
Ihre, Julie von Bismarck
Bild (bearbeitet): istock

2 Wochenvor

Weil ich über das Wochenende leider wieder damit konfrontiert war, aus gegebenem Anlass heute einmal ein Thema welches ziemlich vielen Pferdebesitzern überhaupt nicht gefallen wird:
Alle wollen Pferde haben, alle wollen Reiter sein, fast alle wollen interessanter Weise, dass ihre Pferde bei bestmöglicher Gesundheit sind und sich wohlfühlen.
Was viele Reiter und Pferdebesitzer aber entschieden ablehnen, ist: tatsächlich Geld in das Wohl ihres Pferdes zu investieren.

Besonders auffällig ist dies bei den notwendigen medizinischen Behandlungen, welche übrigens in den allermeisten Fällen nur deshalb notwendig werden, weil der Reiter zuvor bereits an seiner eigenen Ausbildung gespart hat und/oder an den Haltungsbedingungen seines Pferdes.

Die höhere Boxenmiete in dem Stall in dem das Pferd seine Tage ganztägig und ganzjährig auf großen, pferdegerechten Weiden verbringen darf, mit dem hochwertigen und unbegrenzten Rauhfutter und den täglich gemisteten und mit bestem Roggenstroh eingestreuten Boxen, ist es „dann doch nicht wert“, da ist das Pferd dann auf einmal doch „besser im Offenstall aufgehoben“ - auch wenn das Pferd dort erwiesener Maßen NICHT zurechtkommt, ständig unter Stress leidet, Schmerzen hat, Magenerkrankungen ausbildet und abmagert.
(Nein, das heißt nicht, dass Offenställe grundsätzlich schlecht sind, aber auch hier gibt es eine Menge zu beachten was häufig einfach nicht der Fall ist.)

Wenn die Entscheidung ansteht, 50.- Euro pro Stunde in die eigene Ausbildung (und die des Pferdes) zu investieren oder gar in einen zweiwöchigen Lehrgang an einem renommierten Reitinstitut, ist youtube plötzlich vollkommen ausreichend.

Und wenn dann aufgrund all dieser Faktoren das Pferd so stark unter Schmerzen leidet, dass es dieses - so sehr es das auch versucht- nicht mehr verbergen kann und es sogar dem Besitzer auffällt, dann wird der Osteopath oder der Tierarzt gerufen – aber nicht etwa der mit der meisten Erfahrung, sondern der mit den günstigsten Preisen.
Was wiederum nicht heißen soll, dass Tierärzte oder Therapeuten mit geringeren Honorarsätzen grundsätzlich schlechter sind, aber wie überall wo mehr Aufwand betrieben wurde, sei es bei der Qualität des Futters, dem geschulten Personal oder eben der medizinischen Ausbildung und für -in der Medizin das wichtigeste überhaupt- Berufserfahrung, muss das durch höhere Sätze kompensiert werden.
(Was übrigens bedauerlicher Weise im Umkehrschluss NICHT bedeutet, dass jeder „teure“ Tierarzt oder Therapeut auch GUT ist aber das führt jetzt hier zu weit.)

Kurzum: Es wird dann nicht der eigentlich benötigte Spezialist gerufen, weil es dem Besitzer zu teuer ist.
Wenn die Behandlung dann keinen Erfolg zeigt, wird oftmals weiter auf dem Pferd herumgeritten denn: „man hatte ja jemanden da“.

Das geht einfach nicht.
Es ist die Verantwortung und die Verpflichtung eines jeden Reiters und Pferdebesitzers, dafür zu sorgen, dass die eigenen reiterlichen Fähigkeiten (und Fitness) zumindest auf einem Niveau sind, welches ausschließt, dass dem Pferd Schaden zugefügt wird.
Ganz genau so ist es die Verpflichtung eines jeden Reiters/Besitzers, seinem Pferd die bestmögliche medizinische Behandlung und Versorgung zukommen zu lassen.

Ich behandle selbst ja wirklich nur noch die ganz vertrackten Fälle, aber als ich noch hauptberuflich Pferde behandelte, bekam ich täglich Anfragen wie: „Ich weiß nicht mehr weiter, bitte helfen Sie meinem Pferd, er ist mein Ein und Alles, mein Seelenpferd! Ich würde alles für ihn tun…“, und sobald die Honorarsätze zur Kenntnis gegeben wurden, war ein Termin dann doch nicht mehr nötig.

Am Wochenende wurde ich wieder einmal Zeuge einens solchen Gesprächs (zwischen einem Tierarzt und der Pferdebesitzerin): „Nee, der Tierarzt so und so (ein ausgewiesener Experte mit ausgezeichneten Fähigkeiten) ist mir zu teuer.“
"Verstehe. Ihr Pferd benötigt aber diese Diagnostik. Dann fahren Sie stattdessen einfach in die Klinik."
Entsetzes Gesicht. „In die Klinik? Auf keinen Fall! Das kostet ja ein Vermögen!“

Richtig.
Reiten ist ein extrem kostenintensives Hobby, das überdies absolute Disziplin, Lernbereitschaft und sehr, sehr viel Können und Wissen voraussetzt.
Wer das nicht aufbringen kann oder will sollte sich bitte unbedingt einen anderen Zeitvertreib suchen – denn im Umgang mit dem Pferd geschieht dies auf Kosten eines fühlenden, extrem sensiblen Lebewesens welches an Schmerzen zugrunde gehen kann.
Und das ist ethisch einfach nicht vertretbar.

In diesem Sinne, Julie von Bismarck

PS: Selbstverständlich gilt das auch für alle anderen Tiere aber hier geht es jetzt nur um Pferde, die Beiträge werden sonst einfach zu umfassend für FB.

Bild (bearbeitet): istock

2 Wochenvor

Zum langen Wochenende ein Auszug für Euch aus meinem neuen Buch zum Training des Reiters und des Pferdes. Es ist zwar ein umfangreiches und anstregendes Projekt, aber es macht unheimlich viel Spaß daran zu arbeiten!

"Der heute vielerorts herrschende Glaube, ein Pferd kontrollieren zu können sei gleichbedeutend mit Reiten, ist daher ein Irrtum und dieses grobe „Bedienen“ (als säße man auf einem leblosen Sportgerät) ausgerechnet dieses so überaus sensiblen Tieres, hat gravierende Folgen für das Pferdewohl.
Dieselbe außergewöhnliche Sensibilität welche die feine Verständigung ermöglicht, hat nämlich zur Folge, dass es ein Leichtes ist einem Pferd nachhaltig zu schaden.
Und genau das passiert bei der heutigen Art der groben Reiterei:
Jeden Tag gehen Pferde kaputt, weil Reiter „bedienen und kontrollieren“ mit Reiten verwechseln.

Nun kann man sich fragen, wie es so weit kommen konnte und es gibt sicherlich mehrere Faktoren die dazu beigetragen haben. Aber einer davon war wohl der Gedanke das Reiten für eine größere Masse von Menschen attraktiver machen zu wollen - vermutlich um mehr Umsatz damit generieren zu können.

Zu diesem Zweck wurde die früher gültige sorgfältige und sehr langwierige Reitausbildung von den Ausbildern kurzerhand grob vereinfacht und reiterliches, feines Können und Geschick durch Hilfsmittel wie das Reiten mit engen, aufgerollten Pferdehälsen ersetzt. Scharfe Zäumungen, Schlaufzügel und zugeschnürte Nasenriemen trugen ihr übriges dazu bei.

Bis heute unterrichten etliche Reitlehrer ihre Schüler unter der Annahme, dass die mechanisch und mit Grobheit erreichte Kontrolle über das Pferd gleichbedeutend mit gutem Reiten sei, und all diese Schüler gehen naturgemäß davon aus, dass dies der richtige Weg ist.
Das ist es nicht.
Es handelt sich in solchen Fällen ja nicht einmal um echtes Lehren.

„Stell den mal durch“, „Halt mal gegen“, „Komm mal mit dem Bein“, sind nur drei von hunderten „Anweisungen“ wie man sie in Reitbahnen auf der ganzen Welt jeden Tag zu hören bekommt.
Und da ist der Haken: diese Anweisungen sind kein Reitunterricht.
Es fehlt an der Erklärung dessen, was man als Reiter erreichen möchte und wie dies im Detail am besten gelingt.
Es fehlt an grundlegendem Wissen über das Pferd und die Besonderheiten seines Wesens.
Und daher wird durch diese falsche Reitlehre auf der ganzen Welt jeden Tag tausenden Pferden psychisch und körperlich Schaden zugefügt - und das obwohl die allermeisten der im Sattel sitzenden und dafür verantwortlichen Reiter ihre Tiere über alles lieben und ihnen niemals mutwillig Leid zufügen würden.
Sie haben es einfach nicht anders gelernt und wenn sie dann mit den Folgen ihres falschen Reitens konfrontiert werden ist das für die Reiter meist fast ebenso schlimm wie für die Pferde.

Da es nichts nützt, immer wieder die Deutsche Heeresverordnung zu zitieren oder auf die alten Regeln der Reiterei hinzuweisen – weil sie wohl einfach niemand mehr kennt oder verinnerlichen will – möchte ich in diesem Buch versuchen, möglichst leicht verständlich zu erläutern worauf es beim Reiten tatsächlich ankommt.
Es ist nämlich durchaus viel mehr als Selbstbewusstsein, absolute Konsequenz, korrekte Hilfengebung und Gleichgewicht notwendig - und wenn wir beispielsweise das Wesen des Fluchttieres Pferd nicht in unsere Arbeit und den Umgang mit ihm einbinden, werden wir nicht zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit und damit zur Reitkunst zurückfinden können.

Dieses Buch mit seinen praktischen Übungen soll eine für jeden Reiter verständliche Anleitung sein, mit deren Hilfe der Leser die Kommunikation mit seinem Pferd und sein eigenes reiterliches Können zu verfeinern in der Lage ist.

Wenn das gelingt werden Sie schnell feststellen, dass Sie auf einmal viel mehr Freude am Reiten haben, wie viel stärker und freundschaftlicher die Beziehung zu Ihrem Pferd wird - und wie viel leichter Sie und Ihr Pferd plötzlich alles meistern können.
Wie viel mutiger Sie beide im Gelände werden, wie Ihr Pferd auf einmal schon auf Ihre gedachten Hilfen reagiert und wie viel besser Ihre Körperbeherrschung und die Haltung Ihres Pferdes wird.

Die Übungen sind für jeden Reiter und jedes Pferd geeignet* (*körperliche Gesundheit und eine Grundausbildung von Reiter und Pferd vorausgesetzt) aber beachten Sie bitte folgendes:

o Lesen Sie unbedingt das ganze Buch von vorne nach hinten und springen Sie nicht einfach zu den praktischen Übungen. Es ist sehr wichtig, dass sie zuvor alles verstanden haben, was wir als Reiter über die Besonderheiten des Pferdes wissen müssen.

o Loben Sie Ihr Pferd umgehend für alles, was es richtig macht. Ignorieren Sie unerwünschtes Verhalten. Seien Sie unbedingt konsequent und reiten Sie jede Übung bis ins kleinste Detail genau. Lassen Sie das Pferd nicht damit durchkommen einen Schritt mehr zu machen oder nicht korrekt zu Halten. Nur wenn Sie von Anfang an ... Sehen Sie mehr

3 Wochenvor

Es gibt sie noch, die guten Reitlehrer von früher!

Gestern kam ich zufällig auf einen Reitplatz, auf dem gerade eine Gruppe Kinder unterrichtet wurde. Nichts Besonderes, könnte man meinen – aber ich war wie vom Donner gerührt.
Denn: dort passierte gerade etwas, das ich schon sehr, sehr lange nicht mehr auf diese Weise irgendwo im Reitunterricht erlebt habe.
Die Reitlehrerin, C. von Barby, war gerade dabei, eine ihrer Schülerinnen streng zurecht zu weisen. Ruhig, aber in einem Ton der keine Widerrede duldete, sagte sie wörtlich: „Ich habe es dir eben gerade schon einmal erklärt: wenn du das mit einer Katze oder einem Hund machen würdest, was du mit deinem Pferd machst, würde das Tier aufjaulen und dich beißen. Dein Pferd kann nicht Schreien und obwohl du ihm weh tust ist es zu freundlich, um sich zu wehren. Die Verantwortung im Umgang mit einem stummen und sanftmütigen Tier wie dem Pferd ist also noch viel größer, weil es nicht sagen kann, dass ihm etwas weh tut und es sich so viel gefallen lässt ohne sich zu wehren. Wenn du das nicht verstehst hast du auf dem Pferd nichts zu suchen. Und wenn ich noch ein einziges Mal sehe, dass du grob zu ihm bist oder du ihm noch einmal im Maul herumziehst, dann war es das für dich mit dem Reiten - dann steigst du ab!“
Auf meinem Gesicht erschien ein glückliches Strahlen und ich hielt gespannt die Luft an, in Erwartung dessen was nun folgen würde. Ich starrte zu der Mutter des Kindes hinüber, welche am Rand des Platzes alles mitbekommen hatte.
Leise zählte ich hinunter: drei, zwei, eins – und los. Wie auf Kommando war die Mutter aufgesprungen und ging wie eine Furie auf die Reitlehrerin los.
Das sei immer noch ihr Pferd, rief sie schäumend vor Wut, was ihr einfiele, so mit ihrer Tochter umzuspringen, ihre Aufgabe sei es einzig und allein dem Kind das Reiten beizubringen.
Die Reitlehrerin blieb ruhig und freundlich.
„Richtig“, sagte sie bestimmt. „Und währenddessen habe ich die Verantwortung für das Wohl der Pferde und der Kinder in meinem Unterricht. Darüber hinaus muss ein Reiter zuallererst lernen, dass das Wohl des Pferdes immer an erster Stelle steht. Ihre Tochter hat dem Pferd wiederholt im Maul herumgerissen - obwohl ich ihr in aller Ruhe erklärt habe, dass sie dem Pferd damit Unrecht tut und Schmerzen zufügt. Wenn sie dieses simple Prinzip nicht verstehen kann, sollte sie auch nicht reiten.“

Die Mutter sah aus, als wolle sie die Reitlehrerin umbringen.
„Wenn Sie unbedingt Kunden vergraulen wollen war das genau die richtige Maßnahme“, zischte sie schneeweiß vor Wut.
Frau v. Barby zuckte mit den Schultern und entgegnete freundlich: „Wie ich schon sagte, ich habe die Verantwortung für meine Reitschüler und alle Pferde in meinem Unterricht. Es ist daher meine Pflicht den Kindern von Beginn an die Regeln der Reiterei beizubringen – und Regel Nummer eins ist: dem Pferd wird nicht wehgetan. Wenn Sie meinen, das gehöre nicht in den Reitunterricht dann kann ich das wohl nicht ändern.“
Der Mutter schien das etwas unangenehm zu werden, vielleicht auch weil die anderen Mütter daneben saßen, jedenfalls setzte sie sich wieder hin und sagte beleidigt: „Na, Sie wissen ja sicher am besten, wie man Reitunterricht gibt…“
Ich schlug mir kopfschüttelnd die Hand vor die Stirn und mir wurde plötzlich noch einmal deutlich, wie frustrierend der Job als Reitlehrer in der heutigen Zeit vielfach sein muss.
Es wäre ja früher niemandem eingefallen, den (Reit-)Lehrer derartig anzugehen und mit Kündigung des Unterrichts zu drohen, nur weil das eigene Kind freundlich aber bestimmt zurechtgewiesen wird.
Genau deshalb sieht man wohl vielerorts nur noch „Reitunterricht“ in dem die Kinder so gut wie nichts von dem lernen, was ein echter Reiter wissen sollte: weil die Reitlehrer den Konflikt mit Kindern und Eltern scheuen und dann lieber darauf verzichten.
Leider ist das aber eine neue Generation von Reitern, die wieder nicht lernt, wie sich ein echter Reiter zu verhalten hat...
Über diese kleine Situation habe ich mich daher gefreut wie ein Schneekönig. Ich hoffe, es ist ein Vorbild für viele andere Reitlehrer!

PS: Das muss man ja leider heute bei FB immer dazu schreiben: Wie immer geht es mir hier um die Sache und nicht um Personen und ich habe - wie immer bei positiven Beispielen in meinen Beiträgen - auch hier den Namen der Reitlehrerin genannt, weil ich es nun einmal auf diesem Reitplatz mit dieser Reitlehrerin erlebt habe. Es hätte selbstverständlich auch jeder andere gute Reitlehrer auf jedem anderen Reitplatz der Welt sein können.

Beispielbild: istock

1 Monatvor
Chronik-Fotos

Spent some time with my horse and his new friends on their huge area with fields and woods the other day and again felt the awe and joy overwhelming me. Free roaming horses, creating their own pathes and being able to move wherever they want, literally radiating strength, content, calmness and peace. This sight makes me so indescribably happy - there are no words for it. Who imprisons a horse behind bars and fences or on small paddocks without feeling remorse has never felt the overwhelming awe and joy I had that morning... #thinkabouthowyoukeepyourhorse #horsesofinstagram #ridersofinstagram #freehorses #lovehorses #julievonbismarck

1 Monatvor

Gestern Abend kam ich von einem wunderschönen Ausritt mit meinem Pferd Summer zurück.
Wir waren in dem rotgoldenen Licht der Abendsonne über die abgeernteten Felder gestreift und hatten dabei einen fast verzauberten Ort an einem Seeufer gefunden, an dem uralte Pappeln im Wind rauschten und Seeadler und Kormorane über den Baumwipfeln kreisten.
Lange haben wir dort verharrt und einfach nur den Vögeln und den Blättern und dem Wind gelauscht und uns an der Stimmung, dem Geruch frischen Heus und dem warmen goldenen Licht erfreut.
Auf dem Rückweg waren wir auf einem Feldweg aus Spaß ein bißchen rückwärts und seitwärts geritten, hatten ein paar Traversalen eingebaut und ein bißchen Piaffe am langen Zügel und uns dann für einen schnellen Galopp nach Hause entschieden. Mit strahlenden Augen, Summer zufrieden und fröhlich schnaubend und ich mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht, kamen wir also den Weg zum Stall herunter gestapft.
Wie immer lagen meine Zügel auf Summers Hals und meine Beine hingen ohne Bügel lose am Pferd herunter.
Als wir den Hof fast erreicht hatten, sahen wir eine junge Frau auf ihr Pferd steigen (die ich nicht kannte und sie mich auch nicht). Kaum saß sie im Sattel, nahm sie die Zügel kurz und riegelte dem Pferd recht und links im Maul.
Sie tat dies völlig mechanisch während sie noch mit ihrer Reitfreundin am Boden sprach.
Das Pferd hatte die Nase schon sehr nah an der Brust und rollte die Augen nach oben, um uns sehen zu können.
Es versuchte seinen Unterkiefer und seine Zunge vor dem Schmerz und Druck zu retten, konnte das Maul aber nicht öffnen, da der Nasenriemen so fest zugezogen war.
Sie hatte also ihre Trense falsch verschnallt und dann gleich die nächsten Grundregeln der Reiterei gebrochen, in dem sie sofort nach dem Aufsteigen die Zügel aufgenommen hatte und dann auch noch dem Pferd im Maul herum riegelte.
Dass sie dem Pferd zeitgleich ihre langen, großen Rädchensporen in die Seite bohrte fiel ihr gar nicht auf.
All das geschah wie etwas vollkommen alltägliches, als wäre dies einfach ein ganz normaler Ablauf.

Das schlimme ist: Ich bin mir zu 100% sicher, dass sie sich überhaupt nicht darüber bewusst war, gegen welch enorme Anzahl von Regeln der Reiterei sie gerade verstieß und dass sie genauso wenig wusste, was sie ihrem Pferd damit antat. Sie ritt los und kam uns entgegen. Ich hielt Summer ohne die Zügel an, grüßte freundlich und fragte sie, ob sie ihr Pferd nicht zumindest die ersten 15 Minuten am langen Zügel gehen lassen könnte…
Sie sah mich völlig erstaunt an und sagte dann mit einem verächtlichen Blick auf mich (mit den Füßen aus den Bügeln) und auf den gamaschen- und fligenhaubenlosen Summer: sie ritte Turniere, da könne man es sich nicht erlauben so rumzujuxen. Und weg war sie.

Mich hat das wirklich erschüttert und mir ist wieder eingefallen, warum ich damals mit den Artikeln hier auf FB begonnen und meine Bücher geschrieben habe.

Liebe Reiter, ihr müsst verstehen, dass Reiten ohne jede Frage sofort zu Lasten des Pferdes geht, wenn ihr euch nicht an die Regeln der Reiterei haltet. Diese sind nicht „veraltet“ und auch nicht erfunden worden, um euch zu ärgern – sie wurden geschaffen, weil es offenbar vielen Menschen schwerfällt, ihr Pferd als wahren echten und gleichwertigen Freund zu betrachten, beziehungsweise: es so zu behandeln. Denn natürlich hätte auch die „Turnierreiterin“ von sich behauptet, dass ihr Pferd ihr bester Freund sei.
Nur: dann darf man ihm nicht im Maul herumziehen und die Sporen in den Bauch bohren, dann muss man wirklich reiten lernen.
Das scheint das größte Mißverständnis zu sein:
Reiten bedeutet nicht, ein Pferd mit Hilfe von Gebiss und Sporen kontrollieren und lenken zu können.
Reiten ist eine feine Kunst, die zu erlernen jahrelanges, diszipliniertes und vielfältiges Training erfordert.
Reiten bedeutet außerdem nicht, ein Pferd zu beherrschen, sondern es verstehen zu lernen und mit ihm zu sprechen. Denn: Reiten ist ein ständiges, feines Gespräch mit dem Pferd.
Reiten ist außerdem: Kameradschaft, Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Rücksichtnahme – des Reiters auf sein Pferd, und, wenn das Pferd seinen Reiter ebenfalls als Freund betrachtet – des Pferdes auf seinen Reiter.
Es ist so schade, dass das einfach nicht verstanden wird.

Ihre, Julie von Bismarck

PS: Lektionen kann man natürlich überall üben, das hatten Summer und ich ja auch gerade getan, wir haben das Niveau lediglich seiner Frührente angepasst. Natürlich kann man auch einen ganzen Grand Prix Spezial im Gelände traininieren.

1 Monatvor
Fotos von Julie von Bismarck - Equine Expertises Beitrag

Vertrauen.

Für jede Arbeit die Sie als Reiter mit Ihrem Pferd beginnen sollte Vertrauen die erste Basis bilden.
Das Fluchttier Pferd besitzt, um Gefahren möglichst aus dem Weg zu gehen, außerordentlich sensible Sinne und ein exzellentes Gedächtnis. Für das Pferd kann es, evolutionsbiologisch gesehen, lebensrettend sein sich schlechte Erfahrungen zu merken - und deshalb tut es genau das.
Das Vertrauen eines unverdorbenen Pferdes zu gewinnen ist wirklich einfach. Das Vertrauen eines Pferdes mit schlechten Erfahrungen zurück zu gewinnen, ist hingegen eine sehr schwierige und zeitintensive Aufgabe und gelingt absolut nicht immer.
Pferde die mit Zwang und Strafen „erzogen“ wurden, werden - ähnlich wie Hunde oder Menschen - teilweise durchaus aggressiv und gefährlich.

Nur: warum sollte man so etwas überhaupt tun?
Ich möchte, dass mein Pferd mein Freund ist, ein souveräner, mutiger, selbstbewusster Kamerad - und kein verängstigtes, unter Hochspannung stehendes, gegen mich kämpfendes Nervenbündel oder ein abgestumpfter Roboter, der nur noch tut, wozu er gezwungen wird und der sich ansonsten vollkommen aufgegeben hat.

Wir als Reiter haben es in der Hand, was aus unseren Pferden wird: das erste, zweite oder dritte.
Wir haben die Wahl, ob wir von unserem Pferd als jemand wahrgenommen werden möchten, vor dem man Angst haben, dem man misstrauen und gegen den man sich wehren muss - oder als jemand, dem man vertrauen kann und mit dem man gerne etwas unternimmt.

Die gute Nachricht ist: So wie das Pferd sich jede schlechte Erfahrung merkt, merkt es sich auch jede Gute.
Es ist also ein leichtes, ein Pferd durch positive Erlebnisse lernen zu lassen und dadurch einen mutigen und souveränen Partner und Freund auf Lebenszeit zu gewinnen.

Geben Sie ihrem Pferd die Möglichkeit, Dinge in einer schönen und entspannten Umgebung kennenzulernen, loben Sie es sofort überschwänglich, wenn es gewünschtes Verhalten zeigt und bestärken Sie es darin, sich etwas zu zutrauen.
Es wird es mit jedem Mal mehr Selbstbewusstsein und Mut bekommen.
Und Sie werden feststellen, dass sich ganz nebenbei das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Pferd intensiviert:

Nicht nur Ihr Pferd gewinnt nämlich Vertrauen zu Ihnen - auch Sie gewinnen Vertrauen zu Ihrem Pferd.

Gekürzter Auszug aus: "Reitsport – Auf dem Rücken des Pferdes" .
Hier finden Sie mehr zum Thema plus wertvolle Trainingstipps, Beispiele und Erfahrungen.
https://www.bod.de/buchshop/reitsport-julie-von-bismarck-9783000573293

Viel Freude beim Lesen und ausprobieren!
Ihre, Julie von Bismarck

PS: Sorry, in der ersten Version hatte sich ein Bild von einem anderen Beitrag eingeschlichen!!!

1 Monatvor

Um den Übergang in den Herbst etwas zu verschönern haben wir uns eine Überraschung für Euch ausgedacht: von heute bis zum 29.09.19 könnt Ihr unter info@julievonbismarck.com das Buch "Zusammenhänge im Pferd" sowie das Kinder- und Jugendbuch "Reeva und die Pferde" mit persönlicher Widmung bei uns bestellen! Viel Freude beim Lesen! 🐴📖
(Nur so lange der Vorrat reicht.)
Reitsport in der überarbeiteten neuen Auflage hier: https://www.bod.de/buchshop/reitsport-julie-von-bismarck-9783000573293

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