Reitsport früher und heute – Wandel mit Folgen für das Pferdewohl

War die Reiterei früher von der Kavallerie geprägt und mit Disziplin, strengen Regeln und Richtlinien zu Haltung, Pflege, Umgang und Training eines Pferdes verbunden, welche das Pferdewohl garantieren sollten, nehmen diese alten Werte heute kaum noch Raum ein im internationalen Pferdesport. Die Abkehr von der klassischen Reitlehre, welche das Wissen der erfahrensten Reitmeister aus Jahrhunderten in sich vereint und das gesund erhaltende Training des Pferdes zum Ziel hat, hin zu „LDR/ Rollkur“ und scharfen Gebissen, Zwang und Unterwerfung, haben erhebliche negative Auswirkungen auf das Pferdewohl und werfen ein sehr bedenkliches Licht auf den Reitsport. Dachverbände wie der Weltreiterverband tolerieren solche Methoden, ja gestatten sie sogar, mithin gelten sie unter der Reiterschaft als „normal“ und finden entsprechend weite Verbreitung in allen Sparten. Eine Führmaschine gilt heute vielerorts als adäquater Ersatz für Weidegang und die die Ausbildung eines jungen Pferdes dauert nur noch Monate statt Jahre. All diese Veränderungen haben erhebliche Folgen für die Gesundheit des Pferdes: Magengeschwüre, Rückenschäden sowie solche der Gelenke, Entzündungen des Nackenbandes oder chronische Atemwegserkrankungen und Allergien – die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind vielfältig. Es ist also keine Übertreibung zu sagen: Der Reitsport, wie er heute vielerorts betrieben wird, geht zu Lasten der Gesundheit des Pferdes. Diese Zusammenhänge aufzuzeigen und zu erläutern ist Inhalt dieses Vortrages.